Grußwort

Grußwort von Bürgermeister Wolfgang Hörnig
Gemeinde Faulbach
23.04.2026
Was möglich ist, wenn ein ganzer Ort zusammenhält und zusammenarbeitet, kann man seit zehn Jahren an den Aktionen „Action for Kitz“ und „Kids for Kitz“ sehen:
Gemeinsam setzen sich Bürgerinnen und Bürger, Jäger- und Landwirtschaft sowie Schulen, unterstützt von der Sparkasse Aschaffenburg Miltenberg, dafür ein, Rehkitze vor dem grausamen Tod durch Mähwerke zu retten. Der von Landrat Jens Marco Scherf ins Leben gerufene „Preis für die rehkitzfreundlichste Gemeinde“ ging in diesem Jahr an die Gemeinde Faulbach.
Nach der musikalischen Eröffnung durch die Jagdhornbläser der BJV-Kreisgruppe Obernburg lag es am stellvertretenden Landrat Bernd Schötterl, die zahlreichen Gäste zu begrüßen, die sich am Dienstag, 21. April, auf dem Außengelände der Faulbacher Verbandsschule eingefunden hatten, um der Preisübergabe beizuwohnen. Vertreterinnen und Vertreter aus Reihen der Jagd, der Land- und Forstwirtschaft, des Landratsamts, der Kommunalpolitik, der Kitzretterinnen und Kitzretter, der Sparkasse Aschaffenburg Miltenberg, der Initiatorin der Aktion, Doris Völker-Wamser mit Ehemann Harald, und nicht zuletzt ein ganzer Schwung lautstark applaudierender Schülerinnen und Schüler freuten sich gemeinsam über die Auszeichnung.
Ein großer Dank des stellvertretenden Landrats ging an die vielen Buben und Mädchen, die unter Anleitung zahlreiche bunte Scheuchen gebastelt hatten. Nach der Absuche der zum Teil riesigen Grasflächen durch Drohnenpiloten – in Faulbach Erich Zwiesler und Thomas Geis – würden die gefundenen Kitze von Ehrenamtlichen behutsam mit Handschuhen und unter Zuhilfenahme von Grasbüscheln aus der Wiese getragen, damit sie keinen menschlichen Geruch annehmen und anschließend von der Ricke angenommen bleiben, erklärte Schötterl. Um die Tiere daran zu hindern, zurück in die Wiese zu laufen, wird ein mit Heringen gesicherter Wäschekorb über sie gestülpt. Nach der Mahd wird der Korb entfernt, so dass Kitz und Ricke wieder zueinanderfinden können. Anschließend würden die von den Kindern gebastelten Scheuchen aufgestellt, damit die Rehmütter nicht in der Zeit bis zur Mahd wieder ihren Nachwuchs im Feld ablegen. Bei der Drohnensuche mit Wärmebildkameras würden aber auch Junghasen und andere Bodenbrüter entdeckt und gerettet, wusste der stellvertretende Landrat. Sowohl die Landwirtschaft wie auch die Jägerschaft hätten großes Interesse daran, die Tiere zu retten, sagte Schötterl, mit dem Engagement der Schulkinder und der freiwilligen Suchteams, die schon morgens um 4 Uhr in die Felder gehen, komme es dabei zu einem reibungslosen Zusammenspiel aller Akteure. Diese Aktion werde mittlerweile bayernweit umgesetzt, wusste er und dankte allen, die sich für die Kitzrettung engagieren. Die Auszeichnung als „Rehkitzfreundlichste Gemeinde“ gehe in diesem Jahr nach Faulbach, sagte der Landrats-Stellvertreter, der damit den Einsatz aller Faulbacher Aktiven würdigte. Den beteiligten Landwirten überreichte er als Zeichen des Dankes Urkunden.
Faulbachs Bürgermeister Wolfgang Hörnig zeigte sich stolz, den Preis entgegennehmen zu dürfen. Dieser sei eine Belohnung für viel Engagement und die Hartnäckigkeit, alle Beteiligten vom sinnvollen Vorhaben zu überzeugen, sagte er, „aber das hat sich gelohnt.“ Für die Sparkasse Aschaffenburg Miltenberg dankte die stellvertretende Filialdirektorin des Beratungscenters Südspessart, Anja Keller, für den vorbildlichen Einsatz. Die Sparkasse unterstütze solches Engagement gerne, indem sie die Kosten für die Schilder übernimmt, die an den Ortseingängen aufgestellt werden. Zudem leiste sie einen finanziellen Beitrag, dass weitere Natur- und Bildungsangebote ermöglicht werden. Im Namen der Kitzretter dankte Susanne Kunkel auch im Namen ihrer Mitstreiterin Sandra Hoffbauer allen Aktiven, denn „alleine wäre es nicht möglich gewesen.“ Dass so viele Helferinnen und Helfer frühmorgens in die Felder gehen, sei nicht selbstverständlich, sagte sie und fand, dass die Schulkinder „megatolle Scheuchen“ gebastelt hätten. „Es hat mit euch viel Spaß gemacht“, sagte sie zu den Schülerinnen und Schülern.
Während alle Gäste noch einige Zeit bei Speis und Trank beisammenstanden und sich austauschten, ließ Erich Zwiesler seine Drohne steigen und zeigte, wie diese funktioniert.
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